Thursday, January 22, 2026

Ein Tag auf Dartmoor

27. Dezember 2025, Samstag

Heute gegen 9:30 holten uns Neil und Indi mit dem Auto ab, um uns zu einem Ausflug nach Dartmoor einzuladen. Jeev und Davey wollten allein shoppen gehen und da hatten sie Zeit etwas Anderes zu unternehmen. Wie haben wir uns gefreut, dass sie diesen Ausflug machen wollten. Selbst der Himmel schien sich zu freuen. Bei herrlichstem Sonnenschein und blauem Himmel fuhren wir los. 

Wir haben den Exe Fluss überquert durch die Vorstadt St Thomas, westwärts bergauf bis wir den Teign Fluss in seiner tiefen Canyon fanden, dann die weiter krumme, enge Landesstrasse entlang bis die kleine Stadt Moretonhampstead

Dabei ging es mit dem Auto immer weiter bergauf, ganz schön „schlängelig“ war der Weg. Dabei ging es auch immer wieder einmal  steil hoch und runter. Zum Glück wurde mir nicht übel. Nachher kamen wir auf das offene Moorland von Dartmoor wo Schafe, Kühe und Poneys wild umherwanderten. 

Ich konnte es kaum glauben, wie schön diese raue Landschaft vor mir lag: Die Weite, die mich eine unendliche Freiheit spüren ließ, die Ursprünglichkeit der Landschaft, die runden Berge, Schafe, Pferde, alte Ruinen und Restmauern sowie alte Brücken, auf die wir unbedingt, wenn auch etwas abenteuerlich, gehen mussten. Und auch wie ursprünglich anders die alten Städte, die wir später durchfuhrten, uns beeindruckten. Sie haben etwas zu erzählen, Geschichte weit und breit. Und ich war so glücklich über diese einmalige schöne Natur.

Mitten im offenen Moorland fanden wir die kleine Siedlung Postbridge mit der uralten "clapper bridge" vielliccht aus dem 12. Jahrhundert zu einer Zeit, als Fahrzeuge mit Rädern selten zu sehen waren und der Transport hauptsächlich mit Packpferden erfolgte.

Mit Neil und Indi neben dem "clapper bridge" von Postbridge, Dartmoor

Mit Neil und Indi in Postbridge, Dartmoor
Die mittelalterliche "clapper bridge" von Postbridge, Dartmoor
Auf der "clapper bridge" von Postbridge, Dartmoor

Dann ging es weiter bis Two Bridges, die Kreuzung mitten im Moorland. Wir kehrten zunächst in Two Bridges Hotel, einem vornehmen Hotelrestaurant, ein und aßen Christmas cake.  Indi hatte ihre Freude, wenn neue Gäste mit ihren Hunden hereinkamen. Was für putzige Hunde es doch gibt.

Wir beuchten die kleine graue Stadt Princetown, Dort in dem Plume of Feathers Gasthof hatten wir also Mittagessen "game pie" mit einem Glas "Jail Ale" von der Dartmoor Brauerei. Natürlich haben wir auch das „berühmte“ Dartmoor Prison gesehen, das völlig abseits dasteht. Eine große Anlage, die wie eine eigene Stadt ist. Unglaublich, mitten in dieser schönen Landschaft solch eine Anlage.

Dann ging es bergab bis Tavistock die größte Stadt auf der Westseite von Dartmoor, fast in Cornwall. Ian erzählte mir, dass die erste Druckerpresse in Devon im Jahr 1525 in der Abtei Tavistock aufgestellt wurde. Es sah aus wie eine geschäftige Marktstadt.

Dann ging es nach Norden wo wir die jahrtausendalte Stadt Lydford, die immer ein Dorf geblieben war mit seinem alten Schloss. Ian zeigte mir die Wälle, die das Dorfzentrum umgaben – eine steinerne Stadtmauer wurde nie errichtet – und die grasbewachsenen Wege zwischen den Häusern – als Straßen geplant, aber nie bebaut. Die Stadt war einst bedeutend, und dort tagte das Gericht der Stanneries (Zinnbergwerke), ein unabhängiges Parlament, das die Zinnminen regulierte. Die Schuldigen wurden in der imposanten Burg eingesperrt, die wir bestiegen, um sie zu besichtigen.

Schon längst auf dem Rückweg, erklärte mir Ian, dass es hier gleich die Strasse nach Lewtrenchard abgeht, und er mir dieses schöne Anwesen von Sabine Baring Gould ein anderes Mal zeigen wird. Neil hat das gehört und ist selbstverständlich mit uns dort hin gefahren. 
Selfie mit dem Gänsemännleinbrunnen, Lewtrenchard
In diesem wunderschönen Herrenhaus aus dem frühen 17 Jahrhunder umgeben von gepflegen Gärten hat Ian die große Bibliothek eingerichtet, aber die Arbeit daran ist noch längst nicht beendet. 
In der Bibliothek, Lewtrenchard
Wie hat mich die Geschichte dieses Hauses sowie gleichzeitig seine Schönheit beeindruckt. Jetzt ist es als Hotel eingerichtet, und so konnten wir in diesem unglaublich schönen Ambiente Kaffee und Glühwein trinken. 
Im Esszimmer, Lewtrenchard
Kaffee in Lewtrenchard
Indi spielt Billiard, Lewtrenchard
Ich dachte, schöner geht's wirklich nicht, als auch noch der tiefblaue Abendhimmel mit Mondsichel und Sternendach das Abschiednehmen abrundete.
Im Innenhof am Abend, Lewtrenchard
Der Mond über Lewtrenchard
Nun ging es nach Hause. Es war zu dunkel Okehampton zu besuchen und wir mussten noch einmal tanken fahren  bevor wir mit der A30 Schnellstraße gegen 18:00 Uhr in Exeter zurückkamen.
Ein besonders schöner Tag ging zu Ende. Und ich war besonders glücklich.