11. Dezember 2025, Donnerstag
Ian hat nach dem Frühstück im Garten gearbeitet, Möhren und Pastinaken zu ernten und gefallene Blätter zusammenzufegen. Anschließend unternahmen wir einen kurzen Spaziergang zum Container neben County Hall (Grafschaftsrat) für Flaschenrecycling. Das Wetter war wie im Frühling (14 Grad), Ian hat mich in den Coaver Club geführt, wo er schon seit 50 Jahren Mitglied ist. Es ist ein Club für Angestellte der Grafschaftsrat aber auch offen für andere in der Nachbarschaft. Ian hat dort für die Bibliothek in der Skittle-Liga gekegelt und auch an Mannschaften wahrend Quizabende teilgenommen - beides ohne großem Erfolg. Alles war weihnachtlich geschmückt und alles ganz einfach. Bei netter und freundlicher Atmosphäre blieben wir eine ganze Weile dort und tranken ein Glas Wein. Einen englischen Club hatte ich mir viel elitärer vorgestellt. Zuhause angekommen, schrieben wir bei Weihnachtsmusik und Mitsingen weitere Weihnachtspost.
12. Dezember 2025, Freitag
Heute war wieder herrlicher Sonnenschein. Da kann man nicht im Hause bleiben, und wir unternahmen wieder eine Stadtwanderung. Exeter zeigte sich erneut von seiner schönsten Seite bei viel Möwengelächter und Möwengeschrei. Das gehört zu Exeter unbedingt dazu. Wir hatten einiges einzukaufen und waren in Maker Maker, einem wunderschönen Geschäft, gelandet mit allerlei handwerklichem „Dies“ und „Das“. Genau das Richtige für noch fehlende Weihnachtsgeschenke. Wir gingen über den Weihnachtsmarkt und in ein gutes Delikatessengeschäft, um noch etwas Schönes für das Abendessen zu haben.
13. Dezember 2025, Samstag
Um 10.30 Uhr fand eine Sitzung des Exeter Civic Society (ECS) statt. Ian ist Mitglied und sehr aktiv. Tagesordnung: Exeter soll schöner und sicherer werden. Eine städtische Mitarbeiterin fur „InExeter“ stellte die Ist-Situation vor. Was kann besser gemacht werden? Wie kann was besser gemacht werden? Kurze Eingaben und Vorschläge wurden vorgetragen, auch von Ian. Margaret, eine Cousine von Ian, nahm auch an der Sitzung teil und lud uns anschließend zu einem Restaurantbesuch ein. The White Hart eine Gasthof aus der Mittelalter, war unser Ziel. Aber es war nicht möglich, dort einzukehren, nur Bargeldzahlung wurde akzeptiert. Alles zu kompliziert für diese uralte Anstalt, und für uns auch.
Jetzt gingen wir in den Coaver Club auf ein Glas Wein und trafen dort auf Barry und Monica. Monica „brütet“ gerade eine Infektion aus, so dass wir uns so zu David und Sohn Oliver an den Tisch gesetzt haben. David ist ein sehr freundlicher und fröhlicher Mann und hat immer wieder versucht, mich in das Gespräch mit einzubeziehen, denn meine Englischkenntnisse sind ziemlich schwach. Aber so habe ich tatsächlich etwas von den Gesprächen mitbekommen, und wir sind fröhlicher Dinge nach Hause gegangen, denn jetzt war es Zeit für einen gemütlichen Abend.
14. Dezember 2025, Sonntag
Es regnete den ganzen Tag. So gingen wir am Vormittag nur auf eine Tasse Kaffee ins Common Beaver. Wie liebe ich dieses Cafe mit der freundlichen jungen Kellnerin und den so unterschiedlichen Gästen. Alle Genres sind vertreten, so auch wir. Und wie liebe ich diese Atmosphäre hier, die mit nichts in Berlin zu vergleichen ist. Zum Abschlus bekamen wir wieder Gebäck für das morgige Frühstück mit. Wie beliebt muss Ian doch sein!
15. Dezember 2025, Montag
Heute ist wieder Regen für den ganzen Tag angesagt, und heute bin ich genau 14 Tage in Exeter. Die richtige Gelegenheit und Zeit, um einen Haushaltstag und Wäsche waschen einzulegen. Vier Waschmaschinen wurden voll. Es hat mir alles Freude gemacht, denn besser konnte ich den Haushalt von Ian nicht kennen lernen.
Zum Abend zwischen 19 und 21 Uhr gab es eine Einladung aus Nachbarschaft für die Nachbarschaft. Wieder ein herzliches Willkommen. Ian stellte mich vor, dass ich eine Deutsche sei und meine Probleme mit der englischen Sprache habe. Aber das war überhaupt kein Problem, die Zugewandtheit war kaum zu überbieten. Ich bewunderte erneut die leichte Art der Freundlichkeit der Engländer und die Anteilnahme aneinander. Eine deutsche Gästin kam auf mich zu. Sie wurde von einer anderen Gästin zu mir geschickt, um so nachbarschaftliche Nähe ohne Fremdheitsgefühle auszuüben. Sie stellte sich als Elke vor, hat in Hannover Anfang der achtziger Jahre Medizin studiert und lebt mit ihrem Mann, der Neuseeländer ist, seit über 30 Jahren in Exeter. Wie anregend konnten wir uns über die großen Mediziner der MHH (Medizinische Hochschule Hannover), austauschen, die sie als Studentin kennengelernt und ich aus meiner Tätigkeit als Verwaltungsleiterin im Biomedizinischen Forschungszentrum an der Charité und bereits auch schon zuvor im Virchow Klinikum kennengelernt und auch mit ihnen zusammen arbeitete. Beim Verabschieden, wie freundlich, bedankten sich die Gastgeber noch bei uns, dass wir gekommen waren.
16. Dezember 2025, Dienstag
10.30 Uhr Treffen mit Kate im Common Beaver. Sie hat es trotz ihrer vielen Vorbereitungen für Weihnachten geschafft, sich mit uns zu treffen. Sie hat Ian eine schöne Lichterkette geschenkt, die wir später im Wohnzimmer angebracht haben. Was für schöne Weihnachtsstimmung hat sie geschaffen. Die Kette reicht durch das ganze vordere Wohnzimmer.
Wir unternahmen einen Stadtspaziergang.Wie die Kathedrale in ihrer Schönheit und Größe das gesamte Stadtbild prägt, verzaubert mich immer wieder aufs Neue. Dazu die Möwen und die Weihnachtsmarktbuden, alles passt zu Weihnachten.
Die Northenhay Gardens sind die älteste öffentliche Grünanlage Englands. Sie wurden ursprünglich 1612 als Spazierweg für die Einwohner Exeters außerhalb der Stadtmauern zwischen dem Osttor und dem Nordtor angelegt. Sie waren in ein „Winterwunderland“ verwandelt worden, eine Art Jahrmarkt, den wir erkundeten und über die tollpatschigen Schlittschuhläufer auf der Eisbahn lachten.
Wir gingen ins Kreuzgang-Cafe, auch hier ist die Schönheit gepaart mit der Atmosphäre des alten Mauerwerks nur schwer zu überbieten. Und was für eine Auswahl an köstlichem Gebäck! Wir blieben so lange zusammen hier, wie Ian es schaffte, rechtzeitig zur Sitzung zu gelangen.
Um 14:00 Uhr begann die Ausschusssitzung. Ian ist nur deshalb im Ausschuss der Exeter Civic Society, weil der Sekretär erkrankt war und er überredet wurde, heute das Protokoll zu führen. Die Sitzung dauerte länger als erwartet, und Ian musste schnell durch den vollen Weihnachtsmarkt zurückrennen, falls ich mir Sorgen um ihn machen sollte.
Ich wartete während der Sitzung im Kloster-Cafe auf ihn und hörte die ganze Zeit über herrliche Weihnachtsmusik, die aus der Kathedrale ins Cafe hinein drang. Festlicher hätte ich das Warten nicht haben können.
Um 16 Uhr kam Ian endlich von der Sitzung zurück. Wir tranken nochmals einen Cafe und gingen anschließend über den Weihnachtsmarkt bis wir zu einem Stand kamen, der alte Landkarten verkaufte. Im vorigen Jahr wollte Ian eine Deutschlandkarte kaufen, vergeblich, es gab keine. Der Verkäufer konnte sich an Ian gut erinnern und bot ihm sofort eine Deuschlandkarte von 1851 an. Wir schauten sie uns lange an, aber dann war klar, dass sie ein Weihnachtsgeschenk für uns werden sollte. Der Händler, vermutlich aus Indien stammend, war in Deutschland, in Wiesbaden mit den Amerikanern stationiert und konnte einigermaßen deutsch sprechen. Er sagte uns, dass er fühlt, dass bei uns Liebe in unseren Augen zu sehen ist. Wir scherzten noch ein wenig und schlenderten weiter über den Weihnachtsmarkt, um dann in der Kneipe Mount Radford einen Glühwein zu trinken. Weihnachtlich geschmückt und weihnachtlich gemütlich war es hier, und wir waren in dehr guter Stimmung und lachten viel. Als wir gehen wollten, kam eine Frau von einem Nebentisch zu uns und sagte uns, wie begeistert sie über uns sei. Wir sollen unbedingt so lebensfroh miteinander bleiben. Sie wollte gar nicht aufhören weiter zu erzählen, jedenfalls so lange, bis ihr Mann von der Toilette zurück kehrte.
17. Dezember 2025, Mittwoch
Heute regnete es den ganzen Tag. Bis auf einen Spaziergang in den Coaver Club blieben wir zu hause. Alles war ausreichend für einen schönen Tag im Haus vorhanden. Und nebenbei wollten wir die Jacken von Jill überprüfen, ob sie jetzt von Ian getragen werden können. Ja, alle passten und so konnten alle noch einmal für ihn frisch durchgewaschen werden. Aber auch von Ian’s Jacken wollten wir uns ein Bild machen, was getragen und was nicht mehr getragen werden kann. Er zog ein schönes dunkles Jackett an, was überhaupt keine Knöpfe hatte, nicht einen. Ian sagte, dass Jill keine Knöpfe mochte und dass er seine Hemden auch stets selbst bügelte. Aber an dieses Jackett könne er sich überhaupt nicht mehr erinnern, und ob er es jemals getragen hat. Wir wollten es nicht glauben, dass es überhaupt ein Jackett gibt, dass keine Knöpfe hat. Obwohl es so eigentlich nicht zu tragen ist, haben wir entschieden, es dennoch aufzuheben. Ein Andenken.
Auch hatten wir Einiges am Computer zu arbeiten; da passte es ganz gut, dass wir keine Lust verspürten, das Haus zu verlassen.
18. Dezember 2025, Donnerstag
Heute Morgen hatte Ian ein Treffen mit Mitgliedern der Countess Wear Heritage Group in deren Gemeindehaus. Countess Wear ist der südliche Nachbarort von St. Leonard's, und Ian hatte ihnen geholfen, eine Broschüre über Countess Wear für die Exeter Civic Society zu erstellen. Sie erscheint in derselben Reihe wie die Broschüre über St. Leonard's.
Das Treffen war für 11:30 Uhr angesetzt, später als geplant. Obwohl es reibungslos verlief, reichte die Zeit nicht mehr aus, um rechtzeitig zum Gedenkgottesdienst des Bestattungsunternehmens Cooperative Funeral Service um 14:00 Uhr im Gemeindesaal der St. Thomas Church zu kommen. Wir wären beide gern dabei gewesen, da dort versprochen worden war, Jill und Hubert zu erwähnen und ihre Namen an einen Gedenkweihnachtsbaum zu heften. Ian entschuldigte sich beim Bestattungsunternehmen, was dieses sehr dankbar annahm. Er besucht die Trauergruppen, wann immer es ihm möglich ist, vor allem, um anderen zu helfen und ihnen zu zeigen, dass es nach einem Verlust weitergeht.
19. Dezember 2025, Freitag
Heute Morgen um 10:30 Uhr fand in der St. David’s Church die Trauerfeier für Veronica Gosling statt, die die Inspiration für Studio 36 in der Denmark Road war. Ian und Jill hatten einige der Veranstaltungen im Skulpturengarten besucht, bei denen Musik, Getränke und Kuchen serviert wurden. An der Straßenseite hatte sie Schautafeln mit Werken lokaler Künstler aufgestellt, zu denen Ian Fotos von Geschäften in der Magdalen Road beigesteuert hatte. Sie engagierte sich außerdem für Gefangene, Migranten und Obdachlose und war bis zu ihrem Tod im Alter von 94 Jahren unermüdlich im Einsatz.
Ian hatte, sobald er von ihrem Tod erfuhr, eine Gedenktafel am Eingang von Studio 36 angebracht und in ihrem Namen an Wohltätigkeitsorganisationen gespendet. Wir wollten daher gerne teilnehmen, doch leider spielten uns Zeit und Wetter einen Streich. Wir versuchten, den Livestream zu verfolgen, aber es gab technische Probleme und die Tonqualität war so schlecht, dass wir schnell aufgaben. Schade, denn sie scheint ein wundervoller Mensch gewesen zu sein.
Danach einkaufen in Waitrose und natürlich Kaffee und Kuchen.
Christmas by Candlelight fing 17.30 Uhr in Exeter Cathedral an. Wie hatte ich mich gefreut, endlich die Kathedrale von innen zu sehen und zu erleben. Ich war berührt von der Schönheit und dem Weihnachtszauber, den ich beim Einkehren in die Kirche sofort verspürte. Was hat diese Kathedrale nicht alles schon erlebt! Vielleicht erzählt sie mir ja heute etwas davon? Auf dem Programm stand das 4. Klavierkonzert von Beethoven, die Mondscheinsonate. Es folgten noch einige Werke von Chopin, Field, Liszt und aus „Die Meistersänger“ von Richard Wagner. Es war ein sehr schönes Konzert. Und das in diesem Ambiente!
Die Candlelight- Lichter hatten wir allerdings erst beim Hinausgehen entdeckt. Sie standen verborgen rund um den Weihnachtsbaum vor der Empore.
Um 12.00 Uhr waren wir bei Julie in Topsham verabredet. Ian wollte mir vorher die Stadt und den Hafen zeigen. Wie schön Topsham ist….das hätte ich nicht gedacht. Wie klein und gemütlich und weihnachtlich altmodisch sind die Geschäfte geschmückt. Da kommen schöne Erinnerungen zurück, genau passend in dieser Zeit. Es gibt alte Gasthöfe, in denen man noch immer essen und trinken kann, kleine gepflasterte Gassen und die Pfarrkirche thront hoch über dem Fluss und bietet von der Kirchhofmauer aus einen herrlichen Blick auf die Flussmündung. Wir gingen weiter zum Hafen und dann die Straße „The Strand“ entlang, die von Häusern im holländischen Stil gesäumt ist. Die Häuser waren aus Ziegelsteinen erbaut, die in vergangenen Jahrhunderten als Ballast von Schiffen aus den Niederlanden mitgebracht worden waren. Am Ende der Straße bot sich ein atemberaubender Ausblick. Ich konnte es nicht glauben, was sich hinter dieser kleinen Stadt verbarg. Das hätte niemand erwarten können. Eine völlig andere Welt lag vor mir. Der Fluss, der Hafen, die See, das Schreien der Möwen. Eine Freiheit tat sich auf in einer wilden Schönheit, umgeben von einer milden Landschaft. Und dann war es fast wie an der Nordsee, das Watt lag vor der See und die Möwen spazierten darauf. Der Himmel zeigte sich genau passend: rauh, grau und offen mit einer wilden Wolkenbildung. Wie stimmig war das alles zusammen; unglaublich. Aber es war wahr! Wie liebe ich England!
Wir hatten Julie informiert, dass wir etwas später kommen. Gegen 12.30 Uhr waren wir bei ihr, um gemeinsam Essen zu gehen. Wir gingen in ein Restaurant, das Julie und Ian bereits kannten, waren dann aber enttäuscht sowohl von der Bedienung, dem Essen und dem Kaffee. Wir waren dennoch in markt guter weihnachtlicher Stimmung.
Um 19.30 Uhr waren wir wieder in Exeter Cathedral. Der Exeter Chamber Choir präsentierte Christmas by Candlelight, Dirigent Andrew Daldorph. Daldorph ist Orgelspieler, Cembalist, Pianist, Komponist, Chorleiter. Einige Lieder von altbekannten Komponisten, die heute gesungen werden, sind von ihm arrangiert worden.
Wie freuten wir uns auf die Weihnachtslieder. Sie sind es, die die Herzen bereit machen für Weihnachten. Auch war das Programm so vorgesehen, dass alle Konzertbesucher mitsingen konnten. Und das haben sie. Ich glaube, alle haben nur darauf gewartet, mitsingen zu dürfen. Wie besonders schön war diese Stimmung.
Und in dieser Stimmung gingen wir nach Hause, nicht ohne noch einmal auf die mächtige Kathedrale in ihrer abendlichen Schönheit und die schön geschmückten einladenden Häuser rings um den Weihnachtsmarkt zu schauen. Mir geht das alt bekannte Weihnachtsgedicht von Joseph von Eichendorff durch den Kopf: „Markt und Straßen stehn verlassen, still erleuchtet jedes Haus, sinnend geh ich durch die Gassen, alles sieht so festlich aus.“ Was für ein schöner Tag neigt sich dem Ende.
21. Dezember 2025, Sonntag
Heute ist der 4. Advent. Bereits am Frühstückstisch hören wir Weihnachtsmusik. Wie weihnachtlich ist mir dabei zumute. Was für ein Ereignis steht bevor! Gegen Mittag gehen wir in den Coaver Club auf einen Kaffee. Schön festlich ist alles geschmückt. Nebenbei läuft der Fernseher vor dem Weihnachtsbaum. Eine Gruppe schaut sich interessiert ein Rugby-Spiel an, Exeter bildet die eine Mannschaft. Zum ersten Mal sehe auch ich Rugby, aber nur ganz kurz - die Exeter Chiefs haben gesiegt.
20.00 Uhr: Zoom mit der Familie von Ian (Sohn Neil, Schwester Jill, Ian und ich, manchmal auch Familienmitglieder von Neil: seine Frau Jeev und die beiden Töchter Deyvi und Indi). Dieses Treffen mit der Familie ist jeden Sonntag um dieselbe Zeit. So können alle familiären Dinge besprochen werden, alle sind gleichzeitig informiert und man „sieht“ sich und ist sich dadurch nahe. Ein Lob auf die „gute“ Technik. Kate, die Tochter von Ian, die aus zeitlichen Gründen nur ganz selten dabei sein kann, wird über alles Wichtige informiert.
22. Dezember 2025, Montag
Heute waren wie wieder im Sandwiched Inn typisch englisch frühstücken. Sarah bediente uns sehr freundlich, und wir verabschiedeten uns für Weihnachten, denn das Cafe wird über Weihnachten und Neujahr geschlossen.
Matt, Kates Ehemann, hat heute Geburtstag und Ian und ich werden auf die Kinder Sennen und Pippa aufpassen. Die Eltern haben sich mit Freunden zum Abendessen verabredet. Wir treffen am frühen Abend ein. Als Geburtstagsgeschenk haben wir ein Paket mit verschiedenen Biersorten mitgebracht. Das war genau das Richtige für einen echten Biertrinker. Kate begrüßte uns mit verschiedenen Pizzen und Gemüsen und Wein.
23. Dezember 2025, Dienstag
An der Kasse hatte die Kassiererin ihre Freude an ihnen und zeigte sie spontan ihrer Kollegin an der Nebenkasse. Beide waren begeistert. Ich bewunderte wieder einmal aufs Neue den Sinn der Engländer für ihren Humor. Wir nahmen schließlich noch einen Cappucini und etwas Süßes zu uns, bevor wir den Einkaufsmarkt verließen, um zuhause alles für Weihnachten vorzubereiten. Es lag Weihnachtsfriede in der Luft und alles sah so festlich aus.
24. Dezember 2025, Mittwoch
Heute war Heiligabend und was für ein schöner Tag: Blauer Himmel, Sonnenschein und Möwenge schrei. Unglaublich, wie diese Vögel in diese Landschaft passen, und wie sehr ich sie mag. Und der Tag begann mit einem Zeichen zwischen Himmel und Erde: Ein weihnachtlicher Regenbogen zeigte sich auf dem Fußboden unseres Badezimmers. Was für ein Zeichen der Verbundenheit zwischen Himmel und Erde, auch mit unseren Lieben, die jetzt in der Ewigkeit sind. Ja, das ist Weihnachten.
Wie haben wir uns über die Nachricht gefreut, dass Deyvi heute Mittag ihren Führerschein bekommen hat und Neil am Nachmittag mit seiner Familie bei Kate eingetroffen ist.
Neil ist heute der Koch, und wir sind gemeinsam mit Julie zum Mittagessen eingeladen. Großes Weihnachtsessen (Truthahn) an dem festlich geschmückten Weihnachtstisch. Als Nachtisch gab es Christmas Pudding und Brandy Butter. Was für eine fröhliche Runde! Und ich lernte endlich Ians Sohn Neil, seine Frau Jeev und die beiden Töchter Deyvi und Indi kennen. Ich konnte es kaum glauben, dass meine Wahrnehmung aufgrund der Fotos identisch war, mit dem was ich jetzt sah und erlebte. Nicht nur, dass Ian und Neil ein Gesicht sind, sondern dass auch ihr ganzes Verhalten und ihr Humor völlig übereinstimmen. Und so ist mir Ian gleich dreimal geschenkt: er selbst, sein Sohn Neil und sein Enkelsohn Sennen, der ebenfalls ganz nach seinem Grandad kommt. Ich war Weihnachten ganz in Familie, in einer neuen Familie, die mich angenommen hat. Wir haben gemeinsam Weihnachten gefeiert in einer vertrauten Gemeinschaft trotz, dass wir uns soeben erst kennengelernt haben. Wie hat mich das berührt und wie glücklich war ich. Das war das größte Weihnachtsgeschenk für mich, in Familie Weihnachten zu feiern. Zuhause angekommen, haben wir mit Julie wieder Rummy an unserem gemütlichen Weihnachtstisch gespielt. Auch wenn ich wieder jedes Spiel gewonnen habe, hten wir viel Freude miteinander. Was für ein schöner erster Weihnachtsfeiertag.
26. Dezember 2025, Freitag
Heute wollten wir auch wieder in Familie zusammen sein. Dazu hatten wir Neil und seine Familie zu uns eingeladen. Julie hatte wieder bei uns übernachtet, so dass wir alle wieder zusammen sein konnten außer Kate und Familie. Sie ist über Weihnachten und Neujahr mit ihrer Familie bei Matts Familie. Daher konnte Neil die Wohnung von Kate nutzen, Ein Glück, dass ich ein paar Tage uns zuvor einen großen Berg Berliner Boulletten unabhängig von Weihnachten gemacht hatte, so war die Einladung zu uns ohne große Mühe möglich. Ian hatte dazu frische Möhren und Parsnips aus dem Garten, auch Kartoffeln, so wie Rosenkohle, Champignons und Brocoli aus dem Kühlschrank. Dazu braune Butter. Alle waren erfreut, wie schön wir das einfache Essen auf den einzelnen Tellern serviert hatten. Und geschmeckt hat es ihnen auch. Als Nachtisch gab es auch heute wieder Christmas Pudding mit Brandy Butter. Ganz offensichtlich hat Neil sich in seinem Elternhaus wohl gefühlt. Er reichte so gern das passende Geschirr. Wie gemütlich war es auch heute wieder. Später hat Ian Tee und Käsetoasts gemeinsam mit Jeev serviert. Es war Abend, als wir Abschied voneinander nahmen. Neil hatte Julie noch nach Hause gefahren. Und wir haben den Abend allein in dankbarer Freude verbracht.